Bibelgeschichten

2003 – Das ökumenische Jahr der Bibel


Unter diesem Motto schrieben die Kinder der vormaligen Klasse 3a ihre Lieblingstexte auf und illustrierten sie. Inzwischen sind alle Texte fertig geworden. Sie werden an die Evangelische Kirchengemeinde Dönberg weitergeleitet; denn diese Geschichten sollen später zu einem Bibel-Lesebuch zusammengebunden werden, um anschließend im Gottesdienst gelesen zu werden.

Das gesamte Bibel-Lesebuch der evangelischen Kirchengemeinde Dönberg finden Sie hier.

Hier ein Ausschnitt aus den beliebtesten Bibelgeschichten:

Zu dieser Zeit brachte eine Israelitin ein Kind zur Welt. Als sie sah, dass es ein Sohn war, erschrak sie sehr. „Was für ein schönes Kind!“, sagte sie zu sich. „Es soll nicht sterben wie die anderen Kinder. Ich will, dass es lebt!“ Schnell verbarg sie das Kind. Aber kein Ägypter kam in das Haus. Niemand entdeckte das Kind. Tage und Wochen vergingen. Drei Monate gingen ins Land. Das Kind wurde größer. Und seine Stimme wurde von Tag zu Tag lauter. Da konnte es die Mutter nicht länger im Haus verbergen. Was sollte sie tun? Sie überlegte hin und her. Schließlich fasste sie einen kühnen Entschluss. Sie ging zum Ufer des Nil, holte sich Schilfgras und flocht daraus ein Kästchen. Das verschmierte sie außen mit Pech, so dass kein Wasser eindringen konnte.

Dann legte sie ihr Kind in das Kästchen, trug es heimlich zum Fluss und versteckte es am Ufer zwischen dem Schilfgras. Danach lief sie schnell nach Hause zurück. Niemand durfte merken, was sie getan hatte. Da lag nun das Kind in seinem Kästchen auf dem Nil, mutterseelenallein. Nur Mirjam, seine ältere Schwester, hielt heimlich Wache am Ufer.

Aber plötzlich horchte Mirjam auf. Stimmen wurden laut. Schritte kamen näher. Mirjam spähte zwischen dem Schilfgras hervor. Da sah sie eine Schar Mädchen zum Schilf kommen.
Die Ägypter lassen alle israelitischen Jungen gleich nach der Geburt töten, weil das Volk ihrer Sklaven ständig zunimmt. Darum wird Mose in einem Binsenkörbchen ausgesetzt. Die Tochter des Pharao findet ihn. Sie gibt ihn, ohne es zu wissen, seiner Mutter. Diese darf ihn groß ziehen.

Eines Tages sieht Mose auf dem Berg Sinai einen Busch in Flammen stehen, der aber nicht verbrennt. Daraus spricht Jahwe zu ihm: „Geh zurück nach Ägypten und befreie mein Volk aus der Sklaverei. Ich werde bei dir sein!“

Mose macht sich auf den Weg.


Der Pharao macht Josef zu seinem Minister. Denn er hat gesehen: Josef ist klug und weise. Alles kommt so, wie Josef es gesagt hat. Erst sieben reiche Jahre. Und Josef lässt Getreide sammeln für die Zeit des Hungers. Dann: die Zeit der Dürre. Sieben Jahre. Keine Ernte. Aber in Ägypten haben die Menschen trotzdem zu essen. Josef verteilt das Getreide.

Aus allen Ländern kommen Menschen nach Ägypten. Sie wollen Getreide kaufen. Da kommen auch Josefs Brüder. Sie fallen vor dem Minister des Pharao nieder. Sie bitten um Getreide. Sie erkennen Josef nicht. Josef aber sieht: Das sind ja meine Brüder! Doch Josef sagt ihnen nicht, wer er ist. Josef gibt seinen Brüdern das Getreide. Und er stellt sie af die Probe: Ob sie auch heute noch einen Bruder im Stich lassen? Nein, die Brüder tun es nicht. Sie liefern keinen Bruder mehr aus. Sie stehen für einander ein. Da freut sich Josef.

Lange hat er vor den Brüdern geheim gehalten, wer er ist. Aber jetzt sagt er zu ihnen: „Ich bin Josef! Euer Bruder! Kommt her! Lebt mein Vater noch?“ Die Brüder sind erschrocken. Der Josef! Der, den sie in den Brunnen warfen! Den sie verkauften! Aber Josef sagt: „Habt keine Angst. Ich bin auch nicht mehr böse. Gott hat alles gut gemacht. Ich will für euch sorgen. Wir können hier zusammen leben. So hat Gott es gelenkt.“
Jakob hatte zwölf Söhne. Einer von ihnen hieß Josef. Vater Jakob liebte ihn mehr als alle anderen Söhne. Er verwöhnte ihn, wo er nur konnte und schenkte ihm ein prächtiges, buntes Kleid. Aber die anderen Söhne waren neidisch auf Josef. Sie schimpften: „Immer nur Josef! Warum bekommen wir kein Geschenk?“ Auch ärgerten sie sich, weil Josef sie oft bei ihrem Vater verriet, wenn sie etwas falsch gemacht hatten.

Einmal hatte Josef einen seltsamen Traum. Den erzählte er seinen Brüdern. „Hört!“, rief er, „was ich geträumt habe! Ich sah im Traum ein Kornfeld vor mir. Das Korn war geschnitten und wir banden es in Garben zusammen. Jeder von uns band eine Garbe. Aber meine Garbe war die größte. Sie stand in der Mitte. Und alle eure Garben verneigten sich vor meiner.“ Als die Brüder den Traum hörten, wurden sie wütend. „Ach, du!“, fuhren sie Josef an. „Du willst wohl etwas Besseres sein als wir? Willst du etwa unser König werden?“ Und sie ärgerten sich noch mehr über Josef.

Wenig später hatte Josef noch einen Traum. Auch den erzählte er seinem Vater und seinen Brüdern. „Stellt euch vor!“, rief er, „Sonne, Mond und elf Sterne kamen vom Himmel herab und verneigten sich vor mir.“ „Was für ein Traum!“, rief der Vater Jakob erschrocken. „Sollen wir alle zu dir kommen und vor dir niederfallen, dein Vater, deine Mutter und deine elf Brüder? Was bildest du dir ein?“ Aber im Stillen dachte Jakob: Ich will mir den Traum merken. Vielleicht hat Gott wirklich etwas Großes mit Josef vor?

Eines Tages waren die Brüder mit ihren Schafen unterwegs.

Plötzlich sahen sie Josef kommen. Jakob hatte ihn hergeschickt. Josef winkte ihnen fröhlich zu. „Seht!“, riefen die Brüder grimmig. „Da kommt der Träumer. Endlich haben wir ihn. Jetzt können wir mit ihm tun, was wir wollen. Wisst ihr, was wir machen? Wir schlagen ihn einfach tot und werfen ihn in einen Brunnen. Aber dem Vater sagen wir: Ein wildes Tier hat Josef gefressen. Dann wollen wir sehen, was aus seinen Träumen wird.“ „Nein!“, rief Ruben, der älteste Bruder.

Sie fielen über Josef her und packten ihn, rissen ihm sein Kleid vom Leib, schleppten ihn davon und warfen ihn in ein leeres Brunnenloch. Josef weinte und schrie. Aber die Brüder hörten nicht auf ihn. Sie setzten sich an den Brunnen, fingen an zu essen und taten so, als ob nichts geschehen ist.

Nach einer Weile kamen Kaufleute mit Kamelen vorbei. Da schlug Juda, einer der Brüder, vor: „Jetzt weiß ich, was wir machen. Wir verkaufen Josef an die Kaufleute. Dann müssen wir ihn nicht töten und sind ihn für immer los.“

Gesagt, getan. Sie zogen Josef aus dem Brunnen und verkauften ihn als Sklave an die Kaufleute. Zwanzig Silberstücke handelten sie für Josef ein. Ruben war nicht dabei, als sie Josef verkauften. Als er am Abend zum Brunnen kam, hörte er, was geschehen war. „O weh!“, rief er entsetzt. „Wenn das unser Vater hört!“ Aber auch dafür wussten die anderen Rat. Sie holten einen Ziegenbock von der Herde und schlachteten ihn. Dann nahmen sie Josefs Kleid, tauchten es in Blut ein und übergaben es einem Knecht. „Lauf schnell zu unserem Vater!“, befahlen sie dem Knecht. „Und gib ihm dieses Kleid! Sag ihm: Wir haben es gefunden!“

Da lief der Knecht zu Jakob, gab ihm das Kleid und erzählte ihm alles, was die Brüder gesagt hatten. Als aber Jakob das blutige Kleid sah, zerriss er sein Gewand, weinte und schrie: „Josef ist tot! Josef ist tot! Ein wildes Tier hat ihn gefressen.“ Und niemand konnte ihn trösten.
Am Abend kommen Juden. Sie nehmen Jesus vom Kreuz ab. Sie wickeln ihn in Tücher. Sie legen ihn in eine Grabkammer, die aus einem Felsen herausgehauen ist. Sie verschließen das Grab mit einem Rollstein.

Aber es ist nicht zu Ende. Es geschieht etwas: Die Freunde von Jesus kommen zurück. Sie haben keine Angst mehr. Sie fangen an zu reden – mitten in Jerusalem, einfache Menschen: Petrus und Johannes und der Bruder von Jesus, Jakobus, und all die anderen. Sie sagen: Jesus ist auferstanden! Er lebt! Wir haben ihn gesehen. Nichts ist verloren. Jesus hat den Menschen geholfen.